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  • Katharina Kahl

Familienphasen und Familienkrisen

Aktualisiert: 25. März 2020

Bevor man eine Familie gründet, gehört man bereits zu einer Familie, der Herkunftsfamilie. Hier ist man Sohn oder Tochter, Bruder, Schwester, Onkel, Tante. Man hat in dieser Familie bereits viel erlebt, hat sich irgendwann (hoffentlich) abgelöst und einen eigenen Haushalt als Single eröffnet. Wenn man nun jemanden kennenlernt und eine Partnerschaft beginnt, ist man die erste Familienphase eingegangen. Diese ist noch sehr lose und unverbindlich. Dennoch lernt man sich in dieser Phase näher kennen und prüft, ob eine verbindlichere und engere Partnerschaft wünschenswert ist. Die rosarote Brille ebnet viele unschöne Eigenschaften des Partners und viele beschließen „Mit dir will ich den Rest meines Lebens verbringen.“ Wir wissen wie es weitergeht: Die Partnerschaft wird verbindlicher, ein gemeinsamer Haushalt wird gegründet, irgendwann kommen ein oder mehrere Kinder dazu, diese werden älter und lösen sich irgendwann ihrerseits von der Familie, um eine eigene Familie zu gründen, die Familie verkleinert sich also wieder auf die beiden Partner, die in die spätere Lebensphase des Alters eintreten und irgendwann sterben, woraufhin ein Partner bis zum Lebensende alleine zurückbleibt.


Im Verlaufe dieser sehr stereotypen Familienphasen treten viele verschiedene mehr oder weniger voraussehbare Lebensereignisse oder Lebenskrisen auf. Voraussehbar bzw. planbar sind Ereignisse wie Kindergarten, Schule, Studium, Berufswechsel, Weiterbildung, Umzüge, Erwerb eines Eigenheimes,… Aber es gibt auch Lebensereignisse, die nicht geplant werden, und häufig sind es gerade diese ungeplanten Ereignisse, die das Familiengefüge durcheinander bringen: Arbeitslosigkeit, Krankheit, Tod, Trennung, Geburt sind nur ein paar der vielen „Schicksalsschläge“, mit denen man im Laufe des Lebens klar kommen muss.


Familienphasen und Lebensereignisse können einzelne Familienmitglieder oder auch die gesamte Familie aus dem Gleichgewicht bringen. Jedes Ereignis reißt das gewohnte Familiengefüge auseinander und jeder einzelne muss mit den neuen Gegebenheiten zurecht kommen. Je nach Schlagkraft gelingt das den einen besser, den anderen schlechter. Aber in einer Familie gilt: „mitgegangen, mitgefangen, mitgehangen“ in „guten wie in schlechten Zeiten“.


Fazit: Krisen sind im Familienleben völlig normal. Jedes Ereignis, das neu in den Familienalltag tritt, bewirkt eine Veränderung der bestehenden Verhältnisse und verlangt von den Familienmitgliedern, sich an diese Veränderung anzupassen. Je nach Natur des eingetretenen Ereignisses und je nach Fähigkeit der einzelnen Familienmitglieder, sich an die veränderten Verhältnisse anzupassen, kann es die Schlagkraft entwickeln, die gesamte Familie oder einzelne Mitglieder in eine Krise zu stürzen, die sie alleine nicht bewältigen können. Hier ist es angebracht, externe Hilfe in Anspruch zu nehmen, um die Krise zu bewältigen.

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